» Wunscherfüllung durch Ratenkredit

Wenn eine bestimmte Geldsumme an Privatpersonen verliehen und in gleich bleibenden monatlichen Raten zurückgezahlt wird, wird dieser Kredit als Ratenkredit oder auch Annuitätendarlehen bezeichnet. Andere Begriffe für diese Kredite sind Konsumentenkredit oder Anschaffungsdarlehen und haben ihre Geburtsstunde in den 50er Jahren als  Hauptgeschäft von Teilzahlungsbanken. Heute werden die Ratenkrediten von allen Geschäftsbanken, vor allen aber von Autobanken angeboten. So sind sie standardisierte Produkte der Bank und am gebräuchlichsten. Die Höhe des Ratenkredites bewegt sich zwischen 1000 Euro bis zu 75000 Euro, wobei die Laufzeit bis zu maximal 72 Monaten betragen kann.

Bis zu einer bestimmte Kreditsumme werden die Ratenkredite als Blankodarlehen oder als Sofortkredit an die Kunden vermittelt, das heißt, der Kunde muss keine Sicherheiten  hinterlegen. Es kann eine Lohn- und Gehaltsabtretung vereinbart werden. Reicht die Bonität des Kunden nicht aus, kann die Bank eine zusätzliche Bürgschaft fordern. Die Zinsen beim Ratenkredit sind gegenüber den Zinsen  bei Dispositionskrediten niedriger und gegenüber den Zinsen für die Baufinanzierung und dem Immobilienkredit höher. Die Bearbeitungsgebühren betragen bei den meisten Kreditanbietern bei zwei Prozent der Kreditsumme.
 
Ein Kreditvergleich lohnt auch hier, weil die Konditionen bei Direktbanken meist günstiger sind als bei den Filialbanken, obwohl mittlerweile auch dort die  Kreditvergabeverfahren standardisiert und vereinfacht worden sind. Durch den Vergleich mit einem Kreditrechner kann erkannt werden, ob weitere Bedingungen, wie der Abschluss einer Restschuldversicherung und/oder Risikolebensversicherung zwingend vorgeschrieben sind. Hier könnten noch mal zusätzliche Kosten entstehen.

Für die leichtere Vergleichbarkeit muss ein Effektivzins für den Kreditvertrages angegeben werden, in dem sich ein Teil der Kreditnebenkosten des jeweiligen Kreditinstituts widerspiegelt. Die Beanspruchung eines Ratenkredites zieht in der Regel einen Eintrag in die Schufa nach sich. Das gilt gleichermaßen auch für den Immobilienkredit und die Baufinanzierung, die man auch über ein nicht zweckgebundenes Darlehen realisieren kann. Bei einem kleineren Kredit verzichten die Banken aber häufig auch auf die Schufa Eintragung.
 
Den Ratenkredit kann man einsetzen, um sich schon lang ersehnte Wünsche zu erfüllen, wie eine neue Küche, ein neues Schlafzimmer, oder die Finanzierung eines neuen Autos. Doch wenn man an der eigenen Immobilie Veränderung vornehmen möchte, sollte ein spezieller Immobilienkredit genutzt werden. Er weist längere Laufzeiten und oft günstigere Zinsen auf. Allerdings sollte man bei einem Immobilienkredit immer die teils deutlich höheren Kreditnebenkosten mit beachten.

Der Ratenkredit kann meist schon sechs Monate nach der Auszahlung mit einer Frist von drei Monaten vom Darlehensnehmer gekündigt werden, während die Bank ihrerseits nur unter bestimmten Bedingungen den Vertrag auflösen kann. So muss zum Beispiel der Darlehensnehmer mit mindestens zwei aufeinander folgenden Raten im Verzug sein oder die Bank muss in der dritten Mahnstufe die Kündigung unter Einhaltung einer zweiwöchigen Frist und mit einem Verweis auf die Folgen androhen. Der Ratenkredit kann aufgestockt oder umgeschuldet werden, beachtet werden muss dabei nur, dass ganz andere Konditionen zugrunde liegen können wie beim ursprünglichen Ratenkredit.

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